Partnerprogramm-Test: Bravo Fly

von Frank Schulze

Auf einen Blick

Die Website von BravoFly

Partnerprogramm:
Bravo Fly

Provision:
9 – 10 Euro pro Buchung

Anmeldung:
über affilinet, Commission Junction, TradeDoubler und Zanox

Test-Fazit:
Alle Billigflieger im Angebot und hohe Provison, aber kaum Besonderheiten im Partnerprogramm.

Bewertung:

Kurzbeschreibung

BravoFly ist als Projekt der Viaggiare Gruppe ein Online-Reisevermittler, der sich auf europäische Billigflieger konzentriert. Sitze des Unternehmens befinden sich in Mailand, Dublin und London. Die Website ist dementsprechend international ausgerichtet. Als Sprachen stehen englisch, spanisch, italienisch, französisch und deutsch zur Auswahl, auch wenn so manche Begriffe und Sätze wohl aus einer Übersetzungssoftware entnommen worden sind.

Die Benutzerführung der Metasuchmaschine ist sehr kundenfreundlich und wurde in letzter Zeit ständig weiterentwickelt. Der User gibt seinen Start- und Zielflughafen, sowie die gewünschten Flugtermine ein. Ausgegeben werden alle verfügbaren Flüge von derzeit rund 100 Fluggesellschaften. Darunter befinden sich nicht nur die Low Cost Airlines wie Easyjet, Air Berlin oder Ryanair, sondern auch traditionelle Unternehmen wie Lufthansa, Iberia oder Air France. Die Buchung der Flüge erfolgt direkt über BravoFly. Dafür fallen Servicegebühren an.

Das Partnerprogramm läuft über die Netzwerke affilinet, Commission Junction, TradeDoubler und Zanox. Bei den international ausgeprägten Netzwerken wie Zanox findet der Partner auch andere Vertriebsgebiete, z.B. Frankreich und Spanien.

Die Vergütung beträgt 9 Euro (Zanox) bis 10 Euro bei anderen Netzwerken. In manchen Fällen verwirrt die Angabe im Beschreibungstext (9 Euro) zum offiziellen Wert von 10 Euro, wie es bei Affilinet der Fall ist. Der Merchant spricht zudem von einem Lead, wobei Sale für ein Flugticket eigentlich geläufiger ist. Benutzen wir hier lieber das Wort Buchung.

Die Cookie-Laufzeit beträgt 30 Tage.

Anmeldeprozess

Anmeldung zum BravoFly-Partnerprogramm – hier bei belboon

Die Anmeldung erfolgt über die Partnernetzwerke. Wenn ich mich richtig erinnere wurde meine Bewerbung sehr schnell freigeschaltet.
Erfreulicherweise gibt es keinerlei Einschränkungen am Inhalt der Partnerwebseiten, abgesehen von den allgemeinen Bedingungen der Netzwerke.

Werbemittel

Ausschnitt aus der Werbemittelauswahl

Nicht gerade sehr innovativ sieht es im Bereich der Werbemittel aus.

Die Banner beschränken sich auf vier Formate:

  • 3 Skyscraper
  • 5 quadratische Boxen (250px) mit großem Button und der Frage „Flugschnäppchen gesucht?”
  • 6 Banner im Format 728×90
  • 8 Banner im Standardformat 468×60 mit den Beschriftungen „Last Minute-Chartflüge, “Hier zu den besten Angeboten”, “Preiswerte Flüge aus über 100 Billigfluggesellschaften”

Als Farbe wurde ein poppiges Hellgrün gewählt. Und nicht zu übersehen ist die Fliege im Logo.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Mich begeistern die grafischen Werbemittel nicht sonderlich. Und die Werbeslogans sind aus meiner Sicht auch etwas zu banal. Die ersten Einsätze brachten dementsprechend auf meiner Seite auch keine einzige Buchung.

16 Textlinks stehen zur Verfügung, die sicherlich auch mehr Aussagekraft bekommen sollten. Aber hier hat der Partner ja die Möglichkeit, mit passendem Content die Links im Umfeld auszuschmücken.

Was dem geneigten Affiliate sofort auffällt, ist das Fehlen von Suchmasken. Gerade im Flugticketbereich bietet sich solch ein Feature unbedingt an. Auch Produktlisten, z.B. für generelle Flugstrecken fehlen.

Die Bewerbung über Keyword-Marketing (Adwords, Yahoo etc.) ist anscheinend erlaubt.

Statistiken

Die ausführlichen Statistiken über Sales, Views, Clicks, Bestätigungen oder Stornierungen liefern die Partnernetzwerke. Stornos werden nicht begründet. Leider teilt BravoFly nicht mit, welche Flugstrecke, bzw. über welche Airline gebucht wurde. Diesen Service bietet beispielsweise Wegolo, ein vergleichbarer Mitbewerber.

Service

Rocco Righi von der Global Media Italia kümmert sich um das Partnerprogramm. Er hat im Forum von 100partnerprogramme.de einen eigenes Unterforum eingerichten lassen. Neben einer Kurzbeschreibung des Programms finden wir hier auch eine Anfrage an Affiliates, was es an Verbesserungsvorschlägen gibt. Dieser Aufruf war auch der Anlass für diesen PP-Test.
An der Frage merkt man auch, dass die Agentur das Programm und seine Partner ernst nimmt.
Ansonsten vermisse ich aber regelmäßige Newsletter, in denen z.B. über Änderungen auf der Website, über integrierte Fluggesellschaften oder neue und geänderte Features unterrichtet wird.

Erfolge

Praxiseinsatz des BravoFly-Partnerprogramms

Über www.billigflieger.nl biete ich eine Übersicht verschiedener Fluggesellschaften an. Lange Zeit war es eine umständliche Suche für Fluggäste, welche Low Cost Airline die gewünschte Route fliegt. Als ich letztes Jahr begann, an einer eigenen Lösung zu arbeiten, besetzten plötzlich Wegolo und BravoFly dieses lang ersehnte Marktsegment. Daher nutzte ich deren Partnerprogramme abwechselnd. Im Gegensatz zu Wegolo (allerdings mit deutlich geringerer Provision) brachte BravoFly in den ersten Wochen mit reiner Bannerwerbung fast keine Buchung ein. Daraufhin stoppte ich die Bewerbung für mehrere Monate.
In diesem Sommer führte Rocco Righi (wie unter „Service“ erwähnt) eine kleine Werbekampagne in Webmasterforen durch. Da ich selber neugierig war, ob sich inzwischen etwas an der Conversation Rate geändert hat und um diesen Testbericht zu schreiben, setzte ich wieder Werbemittel ein. Diesmal sollten es allerdings reine Textlinks sein, die sich besser in das Gesamtkonzept einschmieden.

Es war eine deutliche Steigerung zu sehen. Die Klickrate beträgt 11%, die Conversation Rate allerdings nur 0,56%. Das ergibt einen Klickwert von 0,056 Euro. Der offizielle EPC von Tradedoubler wird mit 31,88 angegeben.

Den Unterschied kann ich mir nur dadurch erklären, dass ich parallel auch die Werbelinks zu Airlines wie Air Berlin oder TUIfly aufführe. Auf deren Webseiten bezahlt der Fluggast weniger, da die Servicegebühr in den meisten Fällen entfällt. Daher liegt die Conversation Rate in meinem Fall bei den Airlines direkt auch mit rund 3% wesentlich höher. Dafür ist die Provision oftmals um das Vierfache geringer.
Es ist daher wohl ratsam, sich entweder nur auf die einzelnen Fluggesellschaften oder nur auf BravoFly zu beschränken. Gerade hierfür würden sich aber Suchformular-Werbemittel anbieten.

Die Bewerbung ist vor allem sinnvoll auf Seiten, die sich mit Reisen, Städten und Ländern beschäftigen.

Auszahlung

Die Buchungen werden sehr schnell bestätigt oder storniert. Etwa 2 mal im Monat werden die Sales der letzten beiden Wochen abgearbeitet. Bei Tradedoubler zahlt der Merchant im Prepayment-Verfahren.
Die Stornoquote betrug in meinem Fall 7,04%.
Die Provision zahlen die Netzwerke monatlich aus, sofern der Mindestwert von 25 Euro überschritten wurde.

Fazit

Die Goldgräberzeiten für Billigflug-Partnerprogramme sind leider vorbei. Die meisten Anbieter senken ihre Provisionen massiv oder kürzen die Cookie-Laufzeiten auf niedrigstes Niveau. Megabuchungsmaschinen wie Wegolo, das jüngst gestartete CheapTickets und BravoFly bilden hier rühmliche Ausnahmen.

Der Affiliate kann sich die Frage stellen, warum er eine Airline direkt mit einer Cookie-Laufzeit von 3 Tagen und einer Vergütung von 2 Euro bewerben soll, wenn er über BravoFly für denselben Flug bei derselben Airline das Fünffache bekommt. Die Antwort gibt evtl. der Fluggast: warum soll er bei BravoFly buchen, wenn er denselben Flug bei derselben Airline für einen günstigeren Preis bekommen kann? Im Prinzip zahlt also der Fluggast die Provision. Dieses Konzept ging schon beim ehemaligen Partnerprogramm von Germanwings nicht auf.

Allerdings bietet BravoFly für die Webbesucher auch einen großen Vorteil gegenüber den Einzelgesellschaften: eine Suche ergibt oftmals mehrere Ergebnisse von unterschiedlichen Airlines. Der Gast findet also sehr einfach den günstigsten Preis. Dieser Mehrwert ist nicht zu unterschätzen und von daher könnte man die Servicepauschale sogar als gerechtfertigt ansehen.

Für einen perfekten Bewerbungsmix sollte der Affiliate dieses Wissen im Hinterkopf haben, um sich nicht über schwache Umwandlungsraten zu wundern.

Das Konzept und die Umsetzung von BravoFly ist sehr gelungen. Das Partnerprogramm hinkt noch ein wenig hinterher. Die Werbemittel sind zu einfallslos. Nur Textlinks bringen derzeit Umsätze. Neben einer Suchbox empfehle ich vor allem genauere Werbesprüche, z.B. einzelne Zielorte mit Preisangaben. Die Statistiken sollten mit Flugdetails erweitert werden, damit der Partner Optimierungen vornehmen kann.
Ein intensiver Informationsfluss zum Partner wäre wünschenswert.
An der Conversation Rate kann der Affiliate selber sicherlich einiges verbessern, wie oben beschrieben.

Es gibt aber auch positive Aspekte: sehr schnelle Bestätigung der Sales, eine recht gute Provision (auch wenn CheapTickets nun neue Maßstäbe nach oben setzt) und keine Einschränkungen bei der Bewerbung. Ich werde BravoFly erst einmal weiterhin bewerben.

Frank Schulze, November 2007

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Über den Autor

Frank Schulze betreibt diverse Affiliate-Websites von Thailand aus und testet regelmäßig Partnerprogramme für Affiliate-Tests.de. Frank hat ein Profil auf Affiliate-People.de.



27. November 200714:52

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3 Sterne, Partnerprogramm-Test, Reise & Touristik

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5 Kommentare

  • Das Marktfeedback der Touristiker bestätigt, was in diesem Bericht auch schon eingeworfen wird. Die Margen im Billigflug-Segment sind gering. Dadurch, dass es praktisch ein Oligopol im Marktsegment Billigflieger gibt, sind die wenigen Anbieter wie z.B. Ryan Air bestrebt, den Umsatz auf ihrer eigenen Website zu machen und so Marktmacht und Markenstärkung aufzubauen.
    Billigflieger sind daher m.E. ein schwieriges Umfeld in Hinblick auf Zukunftsfähigkeit.

    Urlaubswerk

    17.01.2008 - 14:13

    [ www ]

  • Das die Goldgräberzeiten vorbei sind, kann ich so nicht bestätigen. Es gibt Anbieter die zahlen gut und vor allem regelmäßig http://partner.zusatzverdienste.com

    Peter Gruber

    26.09.2008 - 20:05

    [ www ]

  • Die günstigen Flüge reizen schon, bei “Bravofly” zu buchen. Jedoch im Punkto Service muss ich die Bewertung kritisieren. Die angegebene Telefonhotline kostet stolze 2,00 € die Minute und bis sich jemand zum Telefon begnügt, was in der Regel fünf Minuten dauern kann, läuft die Uhr. Dort ist der Service bei “Airberlin” beispielsweise besser. Dort zahlt man erst, wenn das Gespräch mit dem Mitarbeiter beginnt. Wo der nächste kritische Punkt liegt. Das Telefonpersonal hat keine, höchstens geringe Qualifikationen. Sie geben keine oder falsche Auskünfte, sind in der Regel unfreundlich und Wissen nicht wie das Rechnungssystem von Bravofly funktioniert. Bitte, bitte dran arbeiten!

    Julien Kelch

    23.10.2008 - 11:10

    [ www ]

  • Kann ich NICHT WEITER empfehlen!!! Der dort angegebenen Preis ist ein FAKE! Drei mal gebucht – drei mal geflucht!
    Die Preise sind nicht zuhalten. Beim ersten mal kam einen Mail mit dem Hinweis, dass die Airline den Flug nicht bestätigt. Der Flug wurde storniert. Der Preis in der Übersicht blieb!!!! ?
    Ein zweiter Versuch schlug ebenso fehl. Der Preis sollte sich verdoppelt haben, teilte man uns auf Nachfrage mit.
    Zwei Tage später war der gleiche Preis!!!!! immer noch auf der Webside!? Es wurde wieder versucht zu buchen – natürlich wieder ein Fake!

    Die Preise auf der Webside sind einfach nicht zu bekommen. Hier handelt es sich nur um Lockangebote!

    Kann ich nicht weiter empfehlen! Eine Mail ging bereits an den Verbraucherschutz. Hier wird der Kunde vorsätzlich getäuscht.

    Mirko Günther

    30.11.2008 - 12:19

    [ www ]

  • Ich werde nicht wieder bei BravoFly buchen. Für den Fall, dass man umbuchen muss, sind nicht nur die hohen Telefonkosten ein Problem. Auch der Service stimmt nicht. In meinem Fall wollte ich den Hinflug meines tickets umbuchen. Man teilte mir mit, dass die Umbuchung des Hinfluges etwas mehr als 550 € kosten würde! Dabei wurde der Flug (hin und zurück) bei Barvofly auf der Website zur selben Zeit für nur 311€ angeboten! Das könnte man mir auf Nachfrage nicht erklären. Die Mitarbeiterin am Telefon klang jedenfalls ziemlich überfordert, als ich meinte, da kann ich ja den Flug stornieren oder verfallen lassen und einen ganz neuen Flug buchen!

    Martin

    07.12.2009 - 17:33

    [ www ]

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Karsten Windfelder